T02

Kapitel 2.0.

  • Kennen Sie den Blick, wenn ein Welpe Sie mit seinen großen, ausdrucksvollen Augen anschaut?

Es gibt so viele Menschen, die diesem Blick nicht widerstehen können, und der Hund lernt sehr schnell, wie er seinen Blick einsetzen kann, um etwas zu erreichen.

Wir kennen das nun schon von so vielen Hunden und die Faszination ist immer noch da.Doch nicht nur wie er schaut, sondern auch die Augenfarbe gibt dem Hund etwas Besonderes.

Briards haben braune Augen, erwünscht war immer ein Dunkelbraun.

Unser Balu Schröder wurde mit hellblauen Augen geboren. Damit meine ich nicht das typische Blau der Augen, wenn die Welpen erstmalig mit rund 10 Tagen ihre Augen öffnen.

Balus Augen waren wirklich stahlblau.

Da er, wenn man es genetisch, also von der Vererbung her, betrachtet, das sogenannte merle-Gen trägt, (erkenntlich an der Fell- und Hautfarbe) war es durchaus denkbar, dass diese blauen Augen auch in diesem Farbton bleiben würden, wenn das merle Gen, das ja eine unregelmäßige Aufhellung der Grundfarbe bewirkt,  die Pigmentierung im Auge verhindert.

Viele seiner Geschwister veränderten die Augenfarbe recht schnell in braun oder grau. Balus Augen blieben strahlend blau.

Die Farbe Blau gilt in der Farblehre als Symbol für Vertrauen, Ehrlichkeit und Frische.

Ich begann mich mit dieser Augenfarbe abzufinden, wenn diese Eigenschaften vielleicht wirklich zutreffen würden.....?!

Oder hatte ich mich etwa blauäugig entschieden???? 

Als wir Balu Schröder im Alter von knapp 9 Wochen zu uns holten, hatte sich die Augenfarbe im rechten Auge bereits ins Grünliche verändert.

Das war für mich ein Anzeichen dafür, dass es sich langsam weiter bis zum Braun verfärben würde.

Ich hatte das damals mit unserem ersten Wäller „Alpha“, der bei mir im Ort bei einer Familie mit Kindern aufgewachsen war, schon einmal miterlebt.

Nun, dann hatte er eben nur ein blaues Auge! Ich musste auch das akzeptieren.

Doch nach einer Woche bemerkte ich, dass auch das linke Auge sich grünlich zu verfärben begann.

Jeder Hundefreund, der bis jetzt Bekanntschaft mit dem kleinen Burschen gemacht hatte, war fasziniert von seiner Augenfarbe. Nun, ich war gespannt, wie lange sie noch so hell bleiben würden.

Auch seine ansonsten schwarze Nase hatte in den ersten Lebens-Wochen zwei helle unpigmentierte Punkte aufgewiesen.

Jetzt war nur noch ein kleiner heller Fleck übriggeblieben. Ob der auch noch verschwinden würde?
Die Farbgebung und Veränderung während des Wachstums junger Wäller ist immer wieder faszinierend. 

Mir sind übrigens noch einige Dinge aus diesen ersten 2 Wochen Zusammenlebens bei uns im Hause eingefallen, die ich noch erzählen möchte.

Wir haben in der Außentür, die zum Garten führt, eine Klappe, die die Hunde seitlich aufmachen können wie eine Tür. Da unser „Neuer“ das ja erst lernen musste, hatte ich die Klappe die erste Woche lang fest aufgesperrt und, da er so klein war, auch noch Steine davor gelegt, sodass er über diese hinweg leichter durch die offene Luke klettern konnte. Das hatte er auch sofort begriffen.


In der 2. Woche hatte ich die Klappe häufig zugelassen, da ich oft die ganze Tür geöffnet hatte oder mit ihm zusammen hinausging.

Als ich eines Tages am PC (diese Texte schreibend) sitze, geht mein Mann mit Balu hinaus und kommt dann ohne ihn wieder. „Er wollte noch draußen bleiben“, meinte er. Nun, in Ordnung, Balu S war gerne im Garten, auch allein. Dann hörte ich ein Klappen und Balu S kam zu mir gelaufen.

Da ich dieses Klapp-Geräusch der Tür ja jahrelang, verursacht durch unsere Hunde, gehört hatte, registrierte ich das zuerst gar nicht so recht. Ich stand auf, um die vermeintlich geöffnete Tür zu schließen.

Doch die war geschlossen und die Hundeklappe auch. Ich starrte fasziniert auf die Tür und mir schossen die Gedanken durch den Kopf: Sollte er etwa???

 Schnurstracks ging ich zu meinem Mann, konnte es gar nicht glauben.

„Kann Balu S. durch die Klappe gehen?“

„Na, klar,“ kam die Antwort, „das macht er schon lange!“

Ufff!! Und ich wollte das dem kleinen Kerl erst vorsichtig beibringen!

Ich weiß aus Erfahrung, wie lange einige Besucher-Hunde bei uns brauchten, bis sie das Öffnen der Klappe kapiert hatten.

„Allerdings,“ meinte mein Mann, „geht er nur von draußen ins Haus hinein, umgekehrt habe ich es noch nicht gesehen.“

Am nächsten Morgen testete ich das aus. Ich ließ ihn im Haus und rief ihn dann, auf der anderen Seite der Tür stehend.

Und prompt kletterte er ohne die Unterstützung der Steine durch die Klappe!

Ich staunte nicht schlecht. So war dieses Problem schneller gelöst worden, als ich dachte. 

Balu S. kann uns übrigens auch gut in der Arbeit unterstützen!

Als im Büro meines Mannes, wo er sich ja am Tage überwiegend aufhält, eine Lieferung mit rund 20 Kartons ankam, schwelgte er im Auspacken! Wie wild versuchte er, die Kartons zu bekämpfen und verwandelte das Büro in ein großes Schlachtfeld!

Aber nein, er half ja nur beim Zerreißen der Pappe, damit es besser in die Mülltonne passte!

Beinahe hätte er in seinem Eifer auch  noch die Steuererklärung zerfetzt, die man Mann noch abliefern musste.

Er versucht uns eben in jeder Hinsicht zu helfen!


Obwohl er im Großen Ganzen recht besonnen ist, kann er aber auch manchmal ganz schön munter sein.

Als mein Mann in den ersten Tagen  mit ihm im Garten war, wollte er auf einmal zurück zu mir ins  Haus. Da die Terrassentür bisher öfters offen stand, ging er wohl davon aus, das es immer so wäre und sprang mit vollster Kraft in die Scheibe!

Er gab so einen Knall, dass ich, die ich gerade in der Küche beim Kochen war, fast den Topf fallen ließ. Entsetzt schaute ich zur Tür und sah unseren Balu S., der sich etwas entgeistert die Schnauze leckte, die irgendwie recht verbogen aussah. Leicht irritiert ging er mit der Pfote über seine Schnauze und schaute etwas verstört um sich.

Dann lief er am Haus entlang und dann wieder zu meinem Mann zurück.

Als besorgte Hundemama befürchtete ich natürlich das Allerschlimmste, sah ein gebrochenes Kinn, ausgefallene Zähne oder Ähnliches. Da ich aber keine Schmerzensschreie vernahm, wurde ich nicht hektisch. Dennoch lief ich hinaus und fühlte bei dem kleinen Kerl erst mal alles in Ruhe ab und war erst beruhigt, als ich nichts Verbogenes oder Verletztes entdecken konnte und Balu S. auch beim Abtasten keine Schmerzen zu haben schien. 

Bis jetzt hat er diesen Sprung an dieser Tür nicht noch einmal probiert. Dafür aber, wenn auch nicht ganz so drastisch, an unserer Eingangstür aus Glas. Es passierte, als er  voller Elan einem fliegenden Spielzeug nachhechtete. 

Tja, und dann ist da noch das Thema Katze.

Unsere Katze „Othella“ liebte zwar unsere Briards Yogi und Denis und den Yorkie Amadeus, mit denen sie aufgewachsen war, doch mit fremden Hunden mochte sie keinen Kontakt. Es dauerte nach dem Einzug Balus S. ganze 4 Tage, bis sie endlich maunzend hungrig vor der Tür stand. Ich fütterte sie durch die Klappe draußen, Balu stand interessiert drinnen.

Als sie fortlief , sauste er interessiert hinterher.

Und sie lief auch in den nächsten Zeit noch fort! Und Balu hinterher!

Dann hatte mein Mann die kleine „Othella“ nach ein paar Tagen zufällig draußen abgefangen, ausgiebig gestreichelt und dann ins Haus geholt. Er setzte sie auf die Flugkiste und fütterte sie. Balu S. sprang begeistert neugierig an der Kiste hoch.

Doch da holte sie urplötzlich kurz mit ihrer Pfote aus und schon hatte er ihre Krallen auf der Nase verspürt.

Hui, da zischte er rückwärts und betrachtet dieses schwarze Ungeheuer erst mal aus der Ferne.

Doch die Faszination blieb.

Nachdem unsere „Othella“ gefressen hatte, sauste sie mit einem Sprung über Balu S. hinweg.

Von diesem Zeitpunkt ab traute sie sich aber doch schon öfter mal in die Nähe, jedenfalls zur abendlichen Fressenszeit.

Sie sprang dann über Balu hinweg auf die Kiste. Er speiste unten, sie oben.

Das lief schon ganz gut.

Als wir zur Geburtstagsfeier bei Bekannten eingeladen waren, kamen deren Katzen schnurrend herbei, absolut cool und Hunde gewöhnt. Balu S. konnte sie eingehend beschnüffeln und dann fand er diese ganz in Ordnung.

Der Hund des Hauses, der Briard „Buffy“, reagierte bei der Begrüßung auf das anfänglich ängstliche Knurren Balus seinerseits mit Gebrumm, das den Kleinen augenblicklich zusammensinken ließ.

„Buffy“ gab ihm klare Richtlinien, dass er hier der Herr im Hause war, und er sich auch nicht so einfach ihm nähern konnte, wie er wollte. Ein tiefes Brummen rief Balu S. immer wieder zur Raison.

Klare Grenzen abstecken, das ist für Hunde so einfach!

Vor wenigen Tagen kam unser Kätzchen sogar im Garten zu mir, obwohl Balu S. in der Nähe war. Ich streichelte beide, doch plötzlich holte „Othella“ aus, und Balu S. stob heulend davon.

Sie zeigte ihm deutlich, welche Vorrechte sie hatte.

Balu S. begann, ihr Fauchen zu respektieren und hielt sorgsam Abstand zu ihr.

Ich denke, dass die zwei sich weiter aneinander gewöhnen werden. Sie haben ja auch keine andere Wahl. 

Hundekontakte hatten wir inzwischen noch weitere. Der kleine Jack Russel war in seiner Größe eine gute Partie und Balu S. wollte sofort spielen, was dem Kleinen aber unheimlich war.

Schließlich schnappte er aus Angst nach Balu S., der erschrocken aufschrie. Aber nun wurde der Jack Russel sicherer, und die zwei verstanden sich plötzlich sehr gut.

Dann kam noch der große Collie Rüde „Soltie“ vorbei, doch der war Balu S. ziemlich egal.

So langsam kennt Balu S. die vielen Hunde hier im Dorf und macht kaum noch Geschrei, wenn uns einer entgegen kommt.

Allerdings bellte er heftig, als wir neulich abends die Straße entlang gingen und uns eine einsame Person entgegen kam

War wohl doch recht unheimlich für ihn im Dunkeln.

Auch die Taschenlampe, die ihn beleuchtete, führte zu ängstlichem Gebell, als er plötzlich seinen eigenen riesengroßen Schatten sah.

Ja, was ein kleiner Hund so alles lernen muss!

Auch die Menschen wirken stehend vor ihm wie eine große Bedrohung.

Er ist viel sicherer, wenn man sich als Mensch hinhockt, wenn man ihn zu sich lockt. Wenn Fremde das tun, läuft er zu jedem, wenn auch manchmal zögernd, hin und freut sich riesig dabei..

Gehen die Leute dagegen aufrecht forsch auf ihn zu, kann ihn das manchmal noch irritieren, und er ergreift die Flucht.

Heute kam noch der Wäller „Moritz“ zu uns, der einen Tag bei uns bleiben sollte. Als Balu  S. aus dem Garten kommt, um mich strahlend zu begrüßen, bemerkt er diesen großen Bruder erst gar nicht. Doch als er ihn plötzlich sieht, ist es überhaupt kein Problem. Er begrüßt auch ihn ohne Gebell oder Gezeter, sogar mit Schwanzwedeln. Freudig versucht er sofort mit ihm zu spielen.

Als mein Mann an diesem Tag mehrfach mit beiden freilaufenden Hunden Spaziergänge macht, springt Balu S. immer begeistert an dem Großen hoch, findet diese Gesellschaft toll.

Es ist schön zu sehen, wie gut sich die zwei Wäller verstehen. 

Die Nächte werden besser, seitdem wir Balu nicht mehr abends zum Schlafen in die Kiste setzen, in der es ihm ganz offensichtlich zu warm zu sein scheint.

Er legt sich jetzt auf die kalten Fliesen im Bad oder auf den kahlen Boden im Schlafzimmer.

Wir haben es einfach ausprobiert, und er hat sich in der Nacht durch Fiepen super gemeldet, wenn er mal nach draußen zum „Pipi-machen“ musste.

Das machen wir nun schon seit ein paar Nächten, und es funktioniert hervorragend. 

Übrigens hat er äußerst witzige Schlafposen. Er kann auf dem Rücken schlafen, auch ganz verbogen, und seitlich macht er die tollsten Verrenkungen um alle möglichen Gegenstände, um irgendwo Kontakt zu haben und kann dabei prima schlafen.

Wenn ich am PC sitze, ringelt er sich förmlich um meinen Stuhl. Ich habe immer Angst, dass ich ihn mal mit den Rollen festklemme und wage mich dann nicht zu rühren.

Liegt er auf dem Bauch, dann streckt er oft beide Hinterbeine glatt nach hinten, so dass er völlig platt auf dem Boden aufliegt. Eine äußerst witzige Angewohnheit, die ich auch schon ab und zu bei anderen Hunden gesehen hatte.

Ab und zu liegt er auch mal „normal“ , doch dann kann es sein, dass er seinen Kopf auf der Nasenfläche abstützt, so wie es die Pferde tun, wenn sie ruhen und den Kopf auch ruhend aufstützen. So etwas habe ich bisher noch bei keinem Hund gesehen.

Man lernt eben nie aus!

Nun ist Balu S. schon 11 Wochen alt.
Er wiegt nun 11 kg, und er ist vermutlich 36 cm groß.

Das Messen ist noch etwas schwierig, denn er hält das noch für ein tolles Spiel, wenn ich versuche, die Holzlatte über seinen Rücken zu legen. Er beißt dann  fröhlich hinein, und es dauert schon eine Weile, bis ich mal die Gelegenheit habe, einen Moment in Ruhe zu messen.

Doch wiederholte Messungen zeigen, dass er eindeutig schon enorm gewachsen ist.

(Mit 9 Wochen wog er 8 kg und war 31 cm groß, mit 10 Wochen wog er 9 kg und war 32 cm hoch)

Gemessen wird übrigens wie beim Pferd, das sogenannte Stockmaß, also an den Vorderbeinen aufwärts bis zum Kreuz, dem Schulterblatt.

 

Balu S. kann man problemlos in Restaurants mitnehmen, er legt sich sehr schnell brav hin und schläft. Wir haben aber immer darauf geachtet, dass er vorher gut müde getobt war oder viele Dinge geistig zu verarbeiten hatte.

An der Leine spaziert er jetzt zügig mit, und bleibt auch nicht mehr ständig stehen, um sich zu kratzen.

Übrigens kratzt er sich auch ohne Leine oft an der linken Seite, wo der Chip gesetzt worden ist. Man kann ihn gut fühlen, und ich hoffe, dass er sich bald abkapselt, so dass er nicht mehr juckt.

An der Leine zu ziehen hat er noch nicht gewagt, sondern läuft meistens kurz hinter oder neben mir, so wie es seiner Rangordnung nach richtig ist.

Auf dem Heimweg läuft er aber schon mal schneller und manchmal etwas vor mir, doch immer im Bereich der lockeren Leine. Ist er zu weit vorn, drehe ich mich um und gehe in die entgegengesetzte Richtung, damit er wieder hinter mir ist. Das ist ein Trick, den man auch bei Fohlen anwendet, um ihnen das richtige „Geführtwerden“ beizubringen.

Er wird dadurch automatisch wieder in die Position gebracht, die ihm als Rangniederem gebührt. Denn nur der Chef geht vorn!

Die ersten Male musste ich schon mal ein paar mal hin und her gehen, bis er wusste, was ich meinte und begriff, wo sein Platz ist. So lernte er von allein, neben einem zu gehen, ohne dass man „Gewalt“ anwenden muss.

Denn unter Hunden wird derartiges oft mit kurzem Geknurr und Zupacken geregelt.

Zu Hause üben wir allerdings, dass er auf Kommando „Fuߓ links neben mir geht und sich auch auf der linken Seite von mir hinsetzt, wenn ich stehen bleibe.

Das ist sehr praktisch, wenn man später den Hund immer ohne Leine mitnimmt.

Allerdings traut er sich noch nicht so ganz weit nach vorn neben mich. Er glaubt es noch nicht ganz, dass ich das jetzt erlaube.

 

Auf meinem Pferd
zu sitzen, findet er jetzt schon in Ordnung, will aber nach einer Weile auf meinen Arm springen, weil es ihm zu langweilig wird.

Wenn ich mit dem Pferd arbeite, und es um mich herumläuft, hat er schnell begriffen, dass auch er neben mir bleiben sollte, um nicht unter die Hufe zu kommen.
Arbeiten wir kreuz und quer, wird es ihm zu dumm, und er legt sich manchmal an den Rand des Übungsplatzes und schaut uns zu.

Wenn ich das Pferd führe, läuft er ohne Leine schon gut nebenher.
Ich muss nur aufpassen, dass die Pferde nicht aus Versehen auf ihn treten. Er kann in diesem Alter noch nicht so schnell ausweichen, aber er wird ja älter und damit reaktionsschneller. 

Mit Hunden hat er immer wieder Kontakte.
Einzelne erschrecken ihn nicht mehr. Mit einem 8 Monate alten Mischling konnte er vor 2 Tagen wunderbar toben, obwohl dieser fast doppelt so große Jüngling recht wild und grob war. Doch beide zogen gemeinsam am Plüschbären und erfreuten sich am wilden Fang- und Beute-Spiel.

Eine Begegnung mit 4 kläffenden Zwergschnauzern erschreckte ihn aber doch noch, und wir brauchten ein wenig Geduld, (ich schwatzte währenddessen mit der Besitzerin, bis er, von mir abgeschaut, auch locker wurde)  bis er eben auch merkte, dass diese Vier nur eine große Klappe hatten, ihm aber nichts Böses wollten.

Ich hocke mich bei solchen Gelegenheiten, wenn ich merke, dass Balu S. unsicher ist und fliehen will, hin, damit er zu mir flüchten kann und Sicherheit zwischen meinen Beinen, also bei mir, findet und von dort in Ruhe beobachten kann. Ich rede währenddessen locker mit den anderen Leuten, (wenn welche da sind), damit er an meiner Stimme merkt, dass ich entspannt bin und ignoriere ihn ansonsten. Fürchtet er sich vor etwas anderem, dann bleibe ich einfach unbeteiligt hocken, bis er von allein neugierig wird und vorsichtig losschleicht, um das oder die merkwürdigen Dinge zu untersuchen oder bis er sich an erschreckende Geräusche etc. gewöhnt hat.

Nach einer Weile wurde er dann auch bei den vier lautstarken Schnauzern neugierig und wanderte bald   mit hocherhobener Rute um diese herum und versuchte sogar, sie zum Spiel aufzufordern.


Noch einen Vierbeiner hat Balu S. kennengelernt.
Wir hatten einen Igel im Garten, den er interessiert beschnuppern wollte. Doch iiii!, die spitzen Stacheln pieksten ihn in seine Nase, und erschrocken machte Balu S. einen Satz nach hinten. Vorsichtig schlich er wieder um den Igel herum und beschnupperte ihn vorsichtig erneut. Doch der rührte sich nicht.

Deshalb war der Igel bald uninteressant, und Balu S. trollte sich davon.

Ein Jagdhund oder ein Hund mit Jagdtrieb hätte da ganz anders reagiert, z.B. den Igel mit dem Maul oder Pfoten bearbeitet, gebellt, usw. , das habe ich alles schon erlebt.

Es könnte also bedeuten, das  Balu S. wenig Jagdtrieb hat. Das wäre mir nur recht.

Die Neugierde und Unternehmungslust
wird bei Balu S. von Tag zu Tag größer, und so hat es ihm neuerdings das Wasser in unserem Teich angetan.

Als sein Großonkel, der Wäller  „Bahir“, zu Besuch war, raste dieser voller Begeisterung in diesen Teich und dann in riesigen Kreisen ausgelassen im Garten herum. Balu S. versuchte ihm zu folgen und kugelte dabei mehrfach unseren Hang hinunter.

Vielleicht wollte er nun auch erforschen, was „Bahir“ da so Tolles im Wasser gefunden hatte.

Mit vielen Sätzen vor und zurück spielte er mit der Wasseroberfläche. Es war lustig anzusehen.
Mal sehen, wann er endlich schwimmen geht oder das erste Mal in den Teich fällt! 

Wenn ich einkaufen fahre, kommt Balu schon mal mit. Er wartet dann in seiner Flugkiste. Danach gehen wir kurz spazieren. Als wir neulich in der Nähe der Autobahn waren, haben ihn die lauten Geräusche, besonders der klappernden Lastwagen im ersten Moment stark beeindruckt.

Wir werden wohl noch öfters mal Spaziergänge dort machen müssen, damit ihn so was nicht mehr stört. 

Auch in der Stadt Koblenz, in die ihn mein kürzlich Mann mitgenommen hatte, beeindruckten ihn der Lärm der Lastwagen und vielen Autos usw. doch sehr. Nach 10 Minuten Gang war er froh, wieder im Auto zu sein.

Es gibt noch viel zu lernen und zu erforschen.....

Balu  S. wird allmählich immer unternehmungslustiger, neugieriger und auch frecher.

Wenn vorher das Wort „Nein“ reichte, probierte er es nun doch mal aus, ob man doch noch weiter an der Gardine usw. knabbern könnte. So griff ich schon mal konsequenterweise nach dem nicht befolgten „Nein“ über seine Schnauze und drückte leicht zu.

Einmal musste ich bereits etwas stärker zudrücken, damit er meine Konsequenz spüren konnte. Dann reichte wieder das Wort „Nein“, um seine Tätigkeit zu unterbrechen.

Ich bot ihm danach immer eins seiner Spielzeuge an, damit er schneller begreifen konnte, was er nehmen und zernagen durfte oder nicht.

Unseren Garten, der recht groß ist, mit vielen Bäumen, Gebüsch und Hügeln ausgestattet, hat er nun schon ganz allein gut erkundet. Das scheint ihm Spaß zu machen.

Der kleine Teich hat es ihm, wie bereits erzählt, besonders angetan.

Während er anfangs zu kurzen Spaziergängen nur zögerlich die Umgebung des Hauses verließ, geht er nun zügig mit.

Ich habe auch etwas nachgeholfen, indem ich spielerisch mit einem Spielzeug vom Haus aus wegrannte. Auch unterwegs spielen wir immer wieder einmal ein Bring-, Beute- oder Zerrspiel.  So wird der Spaziergang nicht langweilig.

Ab und zu treffen wir auch immer mal wieder nette Leute unterwegs oder auch Hunde aller Größen. Jeder Kontakt ist uns willkommen, und wir suchen alle.

Nun war die Wurmkur fällig,
denn nächste Woche wollen wir zum Impfen.

Es ist immer gut, wenn man dann vorher alle möglichen Würmer abtötet, damit der Impfstoff besser wirken kann.
Ich hockte mich dazu hin und klemmte mir den Kleinen zwischen meine Beine und lehnte mich gegen eine Wand, damit er nicht rückwärts oder vorwärts weglaufen kann. Nun greife ich mit meinem linken Zeigefinger zwischen sein Maul, um es zu öffnen und gebe ihm mit der rechten Hand die Spritze ins Maul. Er findet die Wurmkur widerlich und versucht, wie ich es erwartet habe, zu flüchten. Doch er steckt sicher zwischen meinen Beinen. Nun muss er beim zweiten Ansatz auch noch den Rest schlucken, was er gar nicht toll findet.

Danach lobe ich ihn sehr, lasse ihn, als er ruhig geworden ist, los und spiele mit ihm.

Er ist nicht nachtragend!

Am nächsten Tag wiederholt sich das Ganze, und es geht schon viel besser.

Übung macht den Meister!

 
Heute am Sonntag war mal wieder ein voller Action-Tag.

Wir fuhren ins Ahr-Tal, um etwas spazieren zu gehen,  um die Sonne zu genießen und um viele Menschen und Hunde zu treffen.....

Und so war es denn auch. Scharen von Menschen gingen auf den Rotwanderwegen entlang, zum Teil mit Kindern aller Altersstufen und diversen Kinderwagen. Auf einigen Wegen trafen wir Radfahrer, die Balu S. anfangs stark  irritierten, wenn sie so dicht an ihm vorbei wuschten. So ging er bald ganz dicht neben mir, was ich auch in Ordnung fand.

Als wir ein Stück an der Straße entlang wanderten, lernte er den Verkehrslärm kennen.

Sehr laute Autos und laute Motorräder irritierten ihn da schon, aber meine aufmunternden Worte bewirkten, das das dann etwas abgesunkene Schwänzchen schnell wieder wedelnd ganz hoch getragen wurde, so wie er eigentlich immer trägt. So meisterten wir auch das.

Viele, viele Hunde trafen wir, dicke und dünne, kleine und große. Alle wurden freundlich begrüßt, und wenn mal einer brummte, dann ging man ihm eben etwas aus dem Weg. Wenn auch eine freundliche Spielaufforderung nichts nützte, dann war der Typ eben uninteressant.

Immer wieder lockte ich Balu S. dann zu mir, spielte mit dem Stoffknoten mit ihm und zeigte ihm, dass ich als sein Frauchen doch immer ein sehr interessanter Spielpartner bin.

Bald lief er zügig zwischen den vielen Menschenbeinen hindurch mit uns mit und ging nur dann zu einer Person, wenn diese ihn direkt ansprach oder lockte. Dann geht Balu S. allerdings immer freudestrahlend, manchmal etwas unterwürfig, auf diesen zu und lässt sich sehr gerne streicheln.

Es passiert auch schon mal, dass er sich neben fremden Füßen niederlässt, bis er es merkt, und uns wieder sucht.

Doch manchmal ist die Vielfalt der Menschen zu verwirrend, und er verliert den Anschluss zu uns. Ich habe ihn deshalb immer im Blick, damit er nicht in Panik kommt und ich ihn, wenn er hilfesuchend herumschaut, rufen kann.

Dann kommt er wie ein Blitz zu mir geschossen und freut sich riesig, dass er mich wiedergefunden hat.

Anspringen tut er fremde Leute übrigens nicht. Als wir ihn holten, versuchte er, ständig an uns hochzuspringen, und ich zog immer den Bauch ein, damit er ins Leere fiel. Außerdem beuge ich mich bei jungen Hunden immer nach unten, bzw. hocke mich hin, damit er in der Höhe meines Gesichtes ist, das er ja mit seiner Schnauze zur Begrüßung anstupsen möchte.

So hat er sehr schnell begriffen, dass er uns nicht anzuspringen braucht und macht es auch bei fremden Leuten bis jetzt nicht. 

Unterwegs kommen wir an eine Furt. Wir bleiben eine Weile stehen, um Balu S. trinken zu lassen und damit er Zeit hat, das flache Wasser zu erkunden.

Es dauert auch nicht lange, und er planscht im Wasser herum.

Als wir von unserer Wanderung in den Ausgangsort Dernau zurückgekehrt sind, gehen wir zu einer Uferstelle an der Ahr, wo bereits viele Hunde baden.

Wie es seine Art ist, setzt sich Balu S. dann erst mal hin und beobachtet die anderen Hunde, wie diese im Wasser herumtoben.

Dann startet er urplötzlich los und stürmt in Riesensätzen in das Wasser, um mitzuspielen.

Wir sind etwas überrascht.

Das Wasser scheint ihn gar nicht zu stören. Er springt begeistert um einen großen Retriever herum, um ihn zum Spielen aufzufordern. Dabei gerät er in tiefes Wasser und muss ein paar Züge lang schwimmen. Doch er hat schnell wieder Boden unter den Füßen und springt weiter ausgelassen durch das Wasser und dann zurück auf das Ufer.

Immer wieder lässt er sich animieren, in das Wasser zu springen und das mit Riesensätzen, über die wir sehr lachen müssen.

Er hat ganz offensichtlich viel Spaß an den vielen Hunden und an dem neuen Wasserspiel.

Schließlich locke ich ihn auf die Uferwiese und mit spielerischer Bewegung versuche ich ihn etwas zu trocknen.

Während wir danach gemütlich Kaffee trinken, erholt sich Balu S. von diesen vielen Tages-Eindrücken.

Am Nachbartisch wird laut musiziert, doch das stört ihn nicht im geringsten.

Als dann aber geklatscht wird, schießt er erschrocken hoch. Doch das nächste Klatschen erwidert er nur noch mit einem leichten Kopfheben.

Er ist einfach cool.

Ich freue mich immer wieder darüber, wie unproblematisch dieser Welpe ist.
Ich kann den Züchtern Ruth und Peter Krause nicht genug danken!

Auf der Rückfahrt scheint er sich gut erholt zu haben und ist wieder voller Tatendrang.

Ich nehme ihn also mit, um die Pferde zu füttern.

Er amüsiert sich sofort königlich im Bach, der dort durch die Wiese fließt.

Nun, er hat das Wasser ja positiv kennen gelernt!

Ich lege meine Jacke achtlos auf den Boden, weil mir warm geworden ist.

Ohne Nachzudenken! Doch das sollte man, wenn man einen jungen Hund hat.

Begeistert stürzt sich nämlich mein nasser Puschelbär auf diese Jacke, meint er doch, sie wäre für ihn hingelegt, seine neue Decke oder sein neues Spielzeug, wie auch immer...

Ich hatte zu Hause jedenfalls eine Weile zu tun, um wieder alles zu säubern....

Er legt sich übrigens gerne dort hin, wo Sachen von mir liegen, da fühlt er sich eben sicher. Das machen alle jungen Hunde, (und auch erwachsene Hunde) gern.

Zur Wiese, auf der die Pferde stehen, geht Balu S. übungshalber an der Leine, da wir die Straße entlang müssen.

 
Auf dem Rückweg
beginnt er plötzlich in die Leine zu schnappen. Das möchte ich aber gar nicht. Ich bleibe stehen, schaue ihn an, sage „Nein“. Er lässt los und wir gehen weiter.

Da probiert er es wieder. Wir wiederholen das Ganze noch 2 mal, dann hat er es begriffen und läuft brav an der lockeren Leine weiter mit mir mit, ohne die herabhängenden, baumelnden und zum Spiel reizenden Enden weiter zu beachten. Er lernt schnell!

Es ist für mich auch immer wieder erstaunlich, welche Energien in so einem kleinen Hund selbst nach so einem ereignisreichen Tag noch stecken.

Doch nun, da ich am PC sitze, um unsere Erlebnisse aufzuschreiben, liegt er nun doch erschossen schlafend unter meinem Schreibtisch. Ab und zu plagt ihn der typische Schluckauf der Welpen. Doch der vergeht auch wieder.

Er wird sicherlich bald  lebhaft träumen......

Vielleicht schaffen wir es ja mal wieder eine Nacht ohne Pipi-Unterbrechungen.

 Ein Fototermin
mit meiner Freundin Eva Krämer war angesagt, und wir konnten Balco, Bernice und Balu als Stars gewinnen.

Ich hatte Balco seither nicht wiedergesehen und staunte nicht schlecht, wie wunderschön dieser schwarze Hund mit den braunen Augenflecken und braunen Läufen geworden war.

Ein echter kleiner Puschelbär.

Begeistert spielten die Drei und es war nicht so einfach, diese Wirbelwinde zum Stillhalten für ein Foto zu gewinnen. Doch einige Fotos dürften gut gelungen sein, und wir hoffen, diese in einem der nächsten Artikel von Eva u.a. in der Zeitschrift „Hundewelt“ wieder zu finden.

Ja und mit den Nächten ohne Unterbrechungen hat es nun auch schon besser geklappt!

Die Kleinen werden immer größer! Und damit die Blasen wohl auch.

 
Heute ist Balu S. genau 12 Wochen alt.
Ich konnte ihn sehr gut messen, denn nun hat er sich an die Holzstange gewöhnt. Gewachsen ist er demnach nicht. Immer noch 36-37 cm. Aber er wiegt jetzt 12 kg.

Verglichen   mit den Werten des Wäller Rüden „Alpha“ in diesem Alter ist er leichter und kleiner.

Wir waren heute beim Tierarzt zum Impfen und um die winzigen Afterkrallen zu entfernen, die ich nach der Geburt übersehen hatte, da sie so winzig waren.

Der Tierarzt musste drum herum rasieren und das Festgehalten werden war für Balu das Schlimmste. Die eine Spritze zum Unterspritzen fand er nicht gut und heulte wie ein Schlosshund, die andere dagegen registrierte er gar nicht. Schnipp, schnapp waren diese lästigen kleinen Anhängsel weg und die kleine Wunde mit 2 Stichen fixiert.

Balu S. freute sich riesig, als er wieder herumspringen durfte. Die kleinen Wunden störten ihn nicht im geringsten. Die Impfung störte ihn übrigens auch nicht die Bohne und den Tierarzt fand er weiterhin nett. Wie schön, dass er nicht so nachtragend ist.

Im Wartezimmer begrüßte er erst mal alle neuen Hunde, die angekommen waren und eine 13 Jahre alte Schäferhündin leckte ihm sogar liebevoll die Schnauze. Das fand ich sehr rührend.

Ein kleiner Spaziergang mit Hundekontakt war ein netter Abschluss unseres Tierarztausflugs.

Am Nachmittag kam noch seine Schwester Bernice zu Besuch, und so tobten sich die Kleinen mal wieder müde.

Am Abend ward er dann sehr früh nicht mehr gesehen, denn er verzog sich bald in das gemeinsame Schlafgemach.......

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