TRI 11

Kunststücke, Tricks und Fertigkeiten eines Wällers

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“Balu Schröder vom Malberg”,
   (25.7.2001 - 5.6.2013)
war als typischer Wäller mit hoher Intelligenz, Vitalität, Sensibilität, Leichtführigkeit und einem starken Wunsch nach Bewegung und geistiger Betätigung ausgestattet.

Bewegungs-Übungen,
die vom Viehhüten abgeleitet sind

„Voraus“, "Voran" oder „vor“
Klick zum Film/19 Sek/5.12.2011
Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre
Balu wird mit diesen Worten geradeaus nach vorne oder auf ein bestimmtes Ziel hin geschickt.
Das Kommando
“Vor” benutze ich besonders beim Agility, also in Situationen, in denen der Hund schnell reagieren muss und ich häufig noch ein weiteres Kommando (wie rechts oder links) folgen lasse.
“Voran” oder “Voraus” wird u.a. beim Hüten verwendet, um den Hund in eine bestimmte Richtung an der Herde zu schicken, z.B. um ein verlorenes Schaf einzusammeln oder einfach dahin loszulaufen, wo es “Arbeit” gibt.
Zum eigentlichen Hüten der Herde wird vom Schäfer das Kommando “Geh Furche” verwendet. Dabei läuft der Hund in der vom Schäfer vorgegebenen Ackerfurche, am Grasrand oder auch einer Linie mitten in einem Feld oder Wiese, um die Herde in einem bestimmten Gehüt, also einer bestimmten Fläche zum Weiden zu halten.
Zeichen: den Arm heben und mit dem Arm in die gewünschte Richtung zeigen

„Zirkel“ (kleiner, enger Kreis)
Klick zum Film/48 Sek/3.6.11/5.12.11
Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre

Balu läuft in einem geringen Abstand im Kreis um mich herum.
Zeichen: mit dem Arm die Richtung weisen.

„Geh (weiter) raus“ 
Klick zum Film/46 Sek/29.11.11

Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre
Balu vergrössert beim Umkreisen seinen Abstand zu mir bis zu einem von mir gewünschten grösseren Kreis.
Zeichen: gegen die Schulter des Hundes weisender Arm

„Kreisen“ (grosser Bogen oder Kreis)
Klick zum Film/31 Sek/5.12.11
Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre

Ich schicke Balu zu einem Gegenstand, Baum, Strauch oder Ähnlichem, der sich durchaus in weiterer Entfernung befinden kann. Er umkreist diesen und danach mich.
Das entspricht der Arbeit an einer Herde, die eingeholt werden soll. Dazu muss der Hund weit ausholen, um die Herde zuerst zu umkreisen, um sie dann zusammenzuführen und vorwärts zum Schäfer zu treiben. Dabei gehört auch der Schäfer oder Hundeführer quasi zur Herde. Deshalb muss dieser mit umkreist werden.
Zeichen: Ich weise in die Richtung, in die der Hund laufen soll, mit dem entsprechenden Arm (rechter oder linker).

"Links kreisen" und "Rechts kreisen"
(siehe in den folgenden Filmen)
Wenn Balu links herum um mich laufen soll, schicke ich ihn mit dem rechten Arm los und umgekehrt.
Aufpassen mit den Kommandos!
Ich gebe die Laufrichtung des Hundes, also “rechts” oder “links” an, wie es aus der Sicht des Hundes richtig ist.
Dieses Umdenken für die Kommandos bedarf einiger Übung.

Kreisen-Variationen
Klick zum Film/1.21 Min/3.6.11
Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre

Kombinationen aus den Kommandos:

Voran /Kreisen
Klick zum Film/43 Sek/3.6.11
Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre

Kreisen-Voran-Variationen
Klick zum Film/ 49 Sek/3.6.11

Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre

“Komm bei” , bzw. “Steh”+Komm bei”
Klick zum Film/53 Sek/3.6.11

Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre
Balu kommt langsam auf mich zu. Dieses Kommando wird langsam und ruhig gesprochen, damit der Hund auch langsam reagiert.
Zeichen: Die Hände ganz langsam zu sich hin bewegen.

Bei dieser Übung während des Herbeiholens lassen sich noch mit dem Kommando
"Steh" Stopps einfügen. 
Zeichen: Handfläche gegen Balu halten

Diese Übung wird beim Schafehüten benutzt, um Schafe durch den Hund zu stellen, damit sie nicht weiter gehen oder um eine Schafherde zu kippen. Der Hund wird dabei zuerst zu der Seite einer Herde geschickt, die gekippt werden soll. Die Schafe sollen dort also nicht weitergehen und fressen. Der Hund wird dann, wenn er an der richtigen Stelle angekommen ist, gestoppt (“Steh”) und dann mit dem Kommando “Komm bei” vorsichtig, also langsam, solange auf die dort weidenden Schafe zugeschickt, bis sich diese umdrehen und in die andere Richtung gehen und dort weiter fressen. Die Schafe sollen also nicht gestört werden, sondern nur veranlasst werden, sich umzudrehen.
Man beginnt mit dieser Übung an der Herde, indem man selbst mitten in der Herde steht. So kann man den Hund zuerst wirklich konkret auf sich zu locken. Irgendwann begreift der Hund, dass er nur solange auf die Herde zugehen soll, bis sich die Tiere umdrehen.

Weitere Fertigkeiten mit Körperbewegungen

"Geh zu.... z.B. Wolfgang, Schublade oder Tür" 
Es existiert kein Film.
Balu geht zu einer bestimmten Person oder einem Gegenstand
Zeichen: Ich weise mit der Hand in die entsprechende Richtung.
Menschen oder Dinge, die Balu mit Namen kennt, kann er auch aufsuchen, ohne sie sofort zu sehen.

„Geh rauf“ -auf eine Bank
Klick zum Film/11 Sek/23.12.11

Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre
Das Kommando benutze ich grundsätzlich, wenn Balu vorsichtig und langsam etwas erklettern soll. Er darf also nicht auf den Gegenstand oder das Gerät springen. Dieses Kommando benutze ich zum Beispiel bei Leitern, Mauern, Baumstämmen, schmalen Balken, usw..

Erschwert habe ich diese Übung später folgendermassen:
Geh rauf” und “Zurück”
Es existiert kein Film.
Balu muss einen beweglichen Gegenstand besteigen und darauf balancieren.
Dazu benutzte ich einen grossen Sitzball, sowie eine grosse Rolle (grosses Rohr aus Kunststoff). Eine Tonne funktioniert auch. Anfangs hielt ich diese Rolle oder den Ball fest, damit Balu hinaufsteigen konnte. Wenn er oben war und sich ausbalanciert hatte, musste er die Rolle oder den Ball bewegen, indem er quasi mit seinen Füssen auf der Stelle trat. Wichtig war, dass Balu ausbalanciert oben blieb. So lernte er nach und nach, dass sich der Ball z.B. vorwärts bewegte, wenn er sozusagen rückwärts lief und umgekehrt.

“Geh rauf”- auf einen Hocker
Klick zum Film/26 Sek/23.12.11

Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre
Als Vorübung für einen beweglichen Gegenstand hatte ich Balu bereits als Junghund beigebracht, einen Stuhl und später einen Holzkasten zu besteigen. (Ich benutzte dazu eine Sessel-Fussablage aus Holz. Die Auflage war so klein, dass Balu auf dieser nur stehen konnte, wenn er alle Pfoten ganz eng nebeneinander abstellte. 
Als das sicher klappte, lernte Balu, jeweils die Pfote zu heben, die ich antippte. So konnte er bald ausbalanciert auf drei Beinen stehen. Dann lernte er, auf mein Kommando hin eine bestimmte Pfote zu heben. Jede Pfote hatte einen eigenen Namen (vorn rechts usw.).
Das war auch eine nützliche Alltags-Übung, wenn man die einzelnen Pfoten mit einem Tuch säubern wollte, bevor man nach einem Regenspaziergang mit dem Hund wieder ins Haus wollte.
Man sieht im Film, wie schwer es Balu im Alter fällt, sich gut auszubalancieren.
Die Übung auf dem schmalen Holzkasten, auf dem sich der Hund zuerst gut ausbalancieren muss, war ursprünglich von mir als Grundübung für den Hund gedacht, sich später einmal nur auf die Vorderfüsse zu stellen. Ich begann sehr früh mit dieser Vorübung. Doch Balu wurde sehr schnell zu gross und zu schwer, um seinen Körper über sich balancieren zu können, wenn er nur auf den Vorderfüssen stand.
Mit kleinen Hunden kann man dieses Kunststück auf diese Weise gut einüben. Man tippt dann später beide Hinterbeine an, damit der Hund diese gleichzeitig anhebt. Zuerst hält man dabei den Körper des Hundes fest, bis der Hund lernt, selbst seine Balance zu halten.

Zeichen: sehr langsam sprechen und eine langsame Handbewegung zum Gegenstand machen. Bei dieser Übung verlange ich viel Ruhe und Konzentration vom Hund.

"Kreuzen"
Es existiert leider kein Film.
Wenn sich Balu neben mir befindet, bewege ich mich zu einer Seite, kreuze dabei die Beine und bleibe so stehen. Balu verharrt dann ebenso mit gekreuzten Vorderläufen.
Zeichen: Ich nehme zuerst Kontakt zu Balus Augen auf und baue mit Stimme und Körper Spannung auf, damit er weiß, dass ich eine langsame Bewegung fordere. Denn nur dann vermag er sicher in der Bewegung zu stoppen, also mit gekreuzten Läufen stehen zu bleiben. Manchmal gebe ich noch das Kommando "Bleib", wenn er die gewünschte Stellung erreicht hat. Dann gehe ich wieder zurück in meine vorherige Normalstellung und Balu ebenso. Man kann diese Übung zu beiden Seiten machen, was sehr witzig aussieht.

„Twist“
Klick zum Film/35 Sek/3.6.11

Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre
Drehungen Balus um sich selbst rechts und links herum, neben und vor mir, je nachdem, wohin ich ihn dirigiere
Zeichen: Kreisbewegung mit dem Finger oder der Hand
"Quer" 
Balu stellt sich quer vor mich hin.
Zeichen: Ich dirigiere Balu mit beiden Händen vor mich. Soll er mit dem Kopf vor meinem rechten Bein sein, halte ich die rechte Hand vor seinen Kopf und winke sein Hinterteil mit der linken Hand zu mir.

„Seite“
Klick zum Film "Quer und Seite"/22 Sek/29.11.11

Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre
Balu geht mit meinen Bewegungen seitwärts mit, entweder an meiner Seite nach rechts und links oder vor mir her und zu mir hin. Ich stelle mich z.B. vor den Hund, der mich anschaut und lasse ihn vor mir mit mir seitlich gehen. Die jeweiligen Handzeichen zeigen ihm die Richtung. So ist auch ein diagonales Travers-Gehen möglich.  
Zeichen: Ich zeige mit den Händen in die Bewegungsrichtung.

Variation zu "Seite":
“Fuss, Zurück, Seite, Platz, Po hoch, Klopfen”
Klick zum Film/ 58 Sek/23.5.2011
Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre

"Zu mir"
siehe nachfolgenden Film "Quer/Seite/Zu mir"

Balu kommt seitlich auf mich zu.
Zeichen: Balu wird aus der Quer-Position seitlich zu mir gewunken, indem ich beide Hände zu mir bewege.

"Quer"/"Seite"/"Zu mir"
Klick zum Film/49 Sek/3.6.11

Balus Alter bei Filmaufnahme: 10 Jahre
Balu geht aus der Quer Stellung vor mir seitlich von mir weg und zu mir hin.
Zeichen: Balu stellt sich quer vor mich hin. Dann schicke ich ihn mit wedelnden Bewegungen der Hände seitwärts von mir weg. Wenn ich die Bewegung der Hände, stoppe, bleibt er stehen. Ich kann zum Stoppen auch das Kommando "Steh" geben. Dann winke ich ihn wieder seitlich zu mir.

 

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